BREITINGEN

Nach einem Hilferuf und Hinweisen aus der Bevölkerung besuchte unser Team einen Hof in Breitingen, auf dem sich im Lauf der Zeit etliche herrenlose Katzen eingefunden hatten. Sie wurden zwar aus Mitleid ein wenig mitgefüttert, blieben sich ansonsten jedoch selbst überlassen. Keine dieser Straßenkatzen war kastriert worden. So erwartete uns eine bunte Mischung großer und kleiner Katzen.

Insgesamt 31 Tiere - 12 Kätzchen und 19 ausgewachsene Katzen - haben wir dort eingesammelt. Ausnahmslos alle wurden einem Tierarzt vorgestellt, gegen Parasiten behandelt, größtenteils mit Medikamenten versorgt und alle, die alt genug waren, kastriert.

18 Katzen kamen auf unsere Pflegestellen, 3 übernahmen unsere Kollegen der Katzenhilfe Laupheim. 1 Kätzin musste aufgrund ihres schlechten Zustands eingeschläfert werden. 9 bereits verwilderte Katzen wurden auf dem Hof wieder freigelassen.

Alle Kitten waren krank und mussten wochenlang behandelt werden.

Zwei erwachsene Pfleglinge waren ebenfalls richtig angeschlagen:
Der rot-weiße Kater Mörle hatte ein Geschwulst an der Pfote, das sich als bösartiger Tumor entpuppte. Er wurde erfolgreich operiert und konnte an besonders liebe Katzenfreunde vermittelt werden, obwohl seine Prognose nicht gut ist.

Der rote Schmusekater Barney wurde vom Tierarzt auf 5 - 7 Jahre geschätzt und hat ein Nierenleiden, das Spezialfutter und Medikamente erfordert. Für ihn konnte noch kein Zuhause gefunden werden.

Für die Katzenschar in unserer Obhut sind bisher Tierarzt- und Behandlungskosten in Höhe von etwa 4.500,00 EUR angefallen, die unser Verein gestemmt hat.

Das Traurige an dieser großen Kummerstelle ist, dass die Gemeinde über die aus dem Ruder gelaufene Population Bescheid wusste, der Hof mit dem Problem aber trotzdem alleingelassen wurde. Getreu dem Motto des Bürgermeisters: „Wer die Katzen füttert, dem gehören sie auch“. Dass auch ein tierlieber Mensch mit der schieren Zahl der sich schnell vermehrenden Katzen irgendwann überfordert ist, hat die Gemeinde nicht interessiert. Wir haben in den letzten 2 Jahren zudem mehrfach vergeblich versucht, mit dem Bürgermeister das Problem herrenlosen Katzen auf dem Gemeindegebiet zu besprechen und immer wieder unsere Hilfe angeboten, leider ohne jeden Erfolg. Auch bei dieser Aktion waren zwei Kontaktversuche erfolglos.

Am meisten geärgert hat uns jedoch die Tatsache, dass auf diesem Hof selber weder eine nachhaltige Einsicht in das Problem noch die geringste Form der Dankbarkeit besteht. Dabei geht es uns nicht um eine Spende, sondern um ein ganz profanes, verbales „Danke“. Wir hatten uns gewünscht, dass wir vor Ort nochmal die Aktion besprechen und auch eine gemeinsame Strategie für künftig auftauchende Streuner hätten finden können. Stattdessen hat die Hofbesitzerin einen mit ihr vereinbarten Termin platzen lassen, den sie nicht mal anstandshalber absagte, sondern sich aus unerfindlichen Gründen im Haus verschanzte und Familienangehörige vorschickte.

Im Nachhinein sind wir einfach nur froh um jede einzelne Katze, die nicht mehr dorthin zurück musste - und die inzwischen ein liebevolles Zuhause gefunden haben, welches diese Bezeichnung auch verdient.

Danke an das ganze Team, das diesen Kraftakt gestemmt und vielen Katzen ein neues Leben möglich gemacht hat!!

Katzenhilfe Langenau e.V.