Katzen-Vermehrer erkennen

Leider gibt es immer noch jede Menge Leute, die sich ein Haustier über eBay oder andere Plattformen anschaffen. Für sie reicht ein süßes Foto. Damit einher geht jedoch oft großes Leid! Egal wie man es nennt: Vermehrer, „Hobbyzüchter“, denen es ums Geld geht oder gedankenlose Katzenbesitzer, die Kätzchen womöglich kostenlos abgeben – alle handeln nicht zum Wohl des Tieres, von Tierschutzaspekten ganz zu schweigen.

Ganz besondere Vorsicht ist bei importierten Katzen aus dem Ausland geboten!
Importierte Katzen benötigen grundsätzlich einen EU-Heimtierausweis des Ursprunglandes, ein amtliches Gesundheitszeugnis, einen Mikrochip und den Nachweis für eine Tollwutimpfung.
Diese Tiere müssen bei der Einreise nach Deutschland mindestens 15 Wochen alt sein, da sie eine gültige Tollwutimpfung benötigen, die 21 Tage vor Reiseantritt erfolgen muss!


Wir haben einige Geschichten und Ausreden zusammengetragen, die bei jedem Interessenten alle Alarmglocken schrillen lassen sollten:

  • Kätzchen werden viel zu früh – vor der 12. Woche – abgegeben! Teilweise wird über das Alter gelogen: Wenn das Kitten noch viel zu leicht und tapsig ist, blaue Babyaugen hat, ist es sehr unwahrscheinlich, dass es alt genug für eine Vermittlung ist. Eine Katze mit 12 Wochen wiegt etwa 1,5 kg!
  • Kätzchen werden einzeln abgegeben
  • Kätzchen werden kostenlos abgegeben (meist von Bauernhöfen)
  • Kätzchen sind nicht entwurmt / geimpft
  • Der Wurf mit einem „Unfall“ erklärt. Die Katze hatte angeblich schon einen Kastrationstermin, ist aber versehentlich kurz vorher abgehauen und kam trächtig zurück.
    Eine der üblichen Ausreden! Selbst wenn die unkastrierte Katze tatsächlich direkt vor dem Tierarzttermin entwischt sein sollte, geht man mit ihr sofort, wenn sie wieder daheim ist, zum Tierarzt. Eine etwaige Trächtigkeit kann in einem früheren Stadium problemlos beendet werden.
  • Ein Besuch beim Vermehrer kann nicht stattfinden.
    Es werden allerlei Ausreden vorgebracht, warum das gerade schwierig ist (Baustelle im Haus, Krankheit in der Familie etc.). Die Katzenmama ist angeblich krank, gerade nicht da oder leider gestorben. Oder die Angabe der Adresse wird mit Ausflüchten vermieden.
  • Es gibt keinerlei Nachweise über Tierarztbesuche und Vorsorgeuntersuchungen
    Es gibt keinen Impfpass, keinen Nachweis über die Kastration oder einen implantierten Transponder.
  • Die Übergabe der Katze soll auf einem Parkplatz, einer Autobahnraststätte oder einem anderen ungewöhnlichen Ort stattfinden oder dem Interessenten direkt an die Haustür geliefert werden.
    Es besteht somit keine Möglichkeit, die Herkunftsfamilie kennenzulernen. Der Vermehrer möchte seine Adresse nicht preisgeben, verschleiern, dass das Tier illegal aus dem Ausland importiert wurde, er das Tier aus Kostengründen loswerden will etc.
  • Keine Verbands- oder Vereinszugehörigkeit
    Vermehrer sind nicht an einem seriösen Schutz-/Übergabevertrag interessiert. Es gibt keine Haltungsvorgaben, Vor- und Nachkontrolle sind kein Thema, tierschutzrechtliche Mindeststandards spielen keine Rolle.
  • Kein Interesse am künftigen Zuhause
    Die Übergabe der Katze findet beim ersten Termin statt, ohne große Nachfragen.
    Wenn ein Käufer / Interessent zögert, wird Druck gemacht: „Es gibt noch viele andere Interessenten.“ Oder es wird eine herzzerreißende Geschichte präsentiert, warum man das Tier abgeben muss.
  • Der Wurf wird mit völlig sinnfreien Äußerungen erklärt wie „unsere Katze wollte unbedingt einmal Mama werden“ oder „unsere Katze ist so hübsch, da wollten wir Babys von ihr. Sie ist so eine tolle Mutter!“
    Diese Sprüche sind komplett daneben! Kein Tier „will“ Mutter werden. Fortpflanzung unterliegt im Tierreich natürlichen Begebenheiten, hat jedoch keinesfalls mit Wünschen oder Bedürfnissen zu tun. Die Halter begründen überflüssigen, weiteren Nachwuchs mit solchen dummen Begründungen. Es gibt abertausende Katzen in Tierheimen, bei Katzenschutzvereinen, die dringend einen Platz suchen. Zusätzliche, völlig unnötige „Produktion“ ist tierschutzwidrig und allein den selbstsüchtigen Wünschen verantwortungsloser Halter geschuldet.
  • Die Katze ist eine reinrassige XY, hat aber (momentan) keine Papiere.
    Es gibt irgendwelche erfundenen bürokratischen Probleme oder es werden Kosteneinsparungsgründe genannt. Das ist ein deutliches Anzeichen dafür, dass es sich um keinen seriösen Züchter und eine kontrollierte / eingetragene Zucht handelt. Seriöse Züchter haben auch keine Mischlinge, die als Rassekatzen angepriesen werden.

Aus Mitleid diesen Nachwuchs von Vermehrern / Bauernhöfen, die bewusst nicht kastrieren, abzunehmen, fördert diese Zustände immer weiter!

Bitte fragt genau nach! Lasst euch nicht mit rührseligen Argumenten oder Drohungen („sonst müssen wir uns eine andere Lösung überlegen“, „dann kommt sie ins Tierheim“) unter Druck setzen!

Dokumentiert möglichst viele Umstände, damit illegaler Tierhandel, illegale Zucht (z.B. Scottish Fold und andere Qualzuchten) und Vermehrung aus reiner Profitgier nachgewiesen werden kann.

Katzenhilfe Langenau e.V.