Herrenlose Katzen

Streuner sind keine Unterart der Hauskatzen. Die ausgemergelten, kranken und hilfsbedürftigen Katzen, die ohne jede Versorgung und ohne warmes Zuhause auf der Straße leben müssen, gehören zur gleichen Spezies wie die, die bei Millionen von Katzenbesitzern auf dem Sofa liegen. Sie hatten nur das Pech, im falschen Leben geboren zu werden oder den falschen Menschen zu begegnen, die sie loswerden wollen bzw. ihre Not ignorieren.

Nach einer Statistik aus dem Jahr 2019 gibt es in deutschen Haushalten etwa 15 Mio. Hauskatzen. Des Deutschen liebstes Haustier – demgegenüber die riesige Anzahl von 2 – 3 Mio. Straßenkatzen, die am Existenzminimum leben. Selbst manche Katzenbesitzer schaffen es, ihr Elend zu übersehen! Wie kann das sein? Eigentlich müssten unsere Streuner doch eine riesen Lobby haben, quer durch alle Bevölkerungsschichten. Stattdessen interessiert sich die Politik im Süden für sie so gut wie gar nicht. Das einfachste Mittel, die flächendeckende Einführung der Katzenschutzverordnung, wird hier nur von wenigen Gemeinden durchgesetzt.

Das Leben herrenloser Katzen hat nichts mit Freiheit zu tun. Für die Tiere ist es ein dauernder Überlebenskampf. Ständiger Nahrungsmangel, Nässe und Kälte, Parasiten, Revierstreitigkeiten mit häufigen Verletzungen, Paarungsdruck und ein Dasein im Verborgenen verursachen Dauerstress, der zu einer geringen Lebenserwartung und hoher Krankheitsanfälligkeit führt.

Möglichkeiten, Streunern ihre Lage ein wenig zu erleichtern:

  • Die Kastration: Das wichtigste Mittel, um Kätzinnen Dauerrolligkeit, mehrfache Trächtigkeit im Jahr und die anstrengende Jungenaufzucht zu ersparen; Katern das kilometerweise Herumstreunen auf der Suche nach rolligen Kätzinnen und aggressive Kämpfe unter Rivalen. Damit entfallen hohe Stressfaktoren!

  • Artgerechte Ernährung: Artgerechtes Futter bedeutet, Katzenfutter zu füttern. Essensreste, wie eingeweichtes Brot, Nudeln mit Soße oder Milch gehören nicht dazu.

  • Ein warmer Unterschlupf: Viele herrenlose Katzen können und wollen gar nicht mehr im Haus leben. Für sie ist ein geschützter, trockener – im Winter gerne auch ein warmer - Platz, perfekt.

Das Einfangen

Mit Grausen hören wir immer wieder Geschichten, wie Leute scheue Katzen mit bloßen Händen versuchen zu greifen, sie in Transportboxen stopfen und dabei selber ordentlich verkratzt und gebissen werden. Manche stülpen Kartons über die Tiere oder sperren sie in einer Gartenhütte oder im Keller ein. Diese bedauernswerten Streuner verlieren spätestens dabei den kleinen Rest Vertrauen, den sie bisher in Menschen hatten.

Das Einfangen bedeutet für die Tiere enormen Stress. Unsere Fänger haben die Ausrüstung, die zum Beispiel ein mehrfaches Umsetzen überflüssig macht. Sie versuchen jede unnötige Aufregung und Unruhe für die gesicherte Katze zu vermeiden. Ein absolutes No-Go für uns ist es, eingefangene Katzen in Drahtfallen oder Drahtboxen zu belassen. Abgesehen von der teilweise extremen Panik, die diese beim Auslösen verursachen, bergen sie ein nicht zu unterschätzendes Verletzungsrisiko.

Fallen werden von uns grundsätzlich niemals unbeaufsichtigt scharf gestellt. Wir bleiben immer in Sichtweite und können deshalb sofort reagieren, wenn sie auslöst. Eine gefangene Katze wird umgehend umgesetzt und abgedeckt. Wir halten deshalb nichts davon, wenn unerfahrene Personen auf eigene Faust über Nacht eine "Marderfalle" stellen. Leider haben wir schon öfter erlebt, dass eine Katze über viele Stunden in einer privaten Falle draußen sitzengelassen wurde. Das geht gar nicht.
Das Einquartieren eines Streuners in einer normalen Transportbox ist für die Vorstellung beim Tierarzt extrem unpraktisch. Die Katze muss dort in einen Schiebekäfig umgesetzt werden, was aus einer Transportbox heraus manchmal gar nicht funktioniert und mit weiterem vermeidbaren Stress für das Tier verbunden ist.

Bitte wenden Sie sich gerne an uns oder erfahrene Tierschützer. Unsere Einsätze sind für jeden, der uns ruft, mit keinerlei Kosten verbunden! Straßenkatzen zu helfen, ist unser Herzblut und ehrenamtliches Hobby.

Wir versuchen in der Regel, die Katzen abends einzufangen, damit sie beim Tierarzttermin am nächsten Morgen nüchtern sind und die Kastration problemlos über die Bühne geht. Manche Katzen gehen sofort in die Falle, bei anderen dauert es Tage - im schlimmsten Fall Wochen :-)

Nach der Kastration bleiben Kater 24 Stunden in unserer Obhut, Kätzinnen 48 Stunden. In dieser Zeit kann man gut abschätzen, ob sie die OP ohne Komplikationen überstanden haben. Danach werden sie in ihrem Revier wieder freigelassen.

Katzenhilfe Langenau e.V.