Vermittlungsinfos

Unsere Katzen kommen aus teilweise elenden Bedingungen. Sie lebten in verlassenen Gärten, Hinterhöfen, Gewerbegebieten, landwirtschaftlichen Anwesen oder gar auf freiem Feld.
Katzenbabys haben fast immer Katzenschnupfen, Flöhe, Zecken, Milben und Durchfall. Manche sind anfangs regelrecht traumatisiert, weil sie verlassen und hilflos herumgeirrt sind. Alle sind gezeichnet vom Leben auf der Straße: erwachsene Kater durch ständige Streitereien mit Artgenossen, Kätzinnen von vielen Schwangerschaften ausgezehrt und geschwächt. Die meisten haben gehungert, waren krank oder verletzt und haben sich nur mühsam durchgeschlagen.

Mit der Aufnahme in eine Pflegestelle leben sie zum ersten Mal in einem beschützten Umfeld. Unsere Fragen und die Selbstauskunft, eine Vor- und Nachkontrolle und der Schutzvertrag sollen für das weitere Leben der Katze das bestmögliche Umfeld schaffen. Aus diesem Grund wird im Schutzvertrag die Kastration vorgeschrieben und eine Weitergabe an Dritte ausgeschlossen. Denn das Wohlergehen jeder einzelnen Katze, die von uns aufgezogen bzw. gesichert und vermittelt wurde, liegt uns sehr am Herzen.

Bitte bringen Sie für Ihren Besuch bei einer unserer Vermittlungskatzen Zeit und Ruhe mit!
Viele Pflegekatzen reagieren aufgrund ihrer bisherigen Erfahrungen auf fremde Menschen erst einmal sehr zurückhaltend und vorsichtig. Für das Kennenlernen Ihres künftigen Familienmitglieds sollten Sie daher auf jeden Fall mehr als 10 Minuten einplanen. Mit ein paar Leckerlis und ein bisschen Spielen lassen sich die meisten schließlich doch aus der Reserve locken.

Ausgeschlossen sind ad hoc-Abgaben, also Katze besuchen und sofort mitnehmen oder eine Abgabe von "Baby"-Kätzchen im Alter von 6 Wochen. Diese Wünsche werden leider immer wieder an uns herangetragen. Und leider wird das auf einigen Bauernhöfen immer noch so gehandhabt: Viel zu kleine Kätzchen werden an jeden Interessenten abgegeben, der auf dem Hof nachfragt. Meist auch noch kostenlos. Das böse Erwachen kommt für die neuen Besitzer, wenn das Haustier nach wenigen Tagen plötzlich kränkelt und ein Tierarztbesuch den nächsten jagt.

Der künftige Halter sollte sich seiner Verantwortung bewusst sein und sich bereits im Vorfeld Gedanken über die Konsequenzen der Anschaffung einer Katze machen. Dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit unbequemen Fragen:

  • Welche Veränderungen kommen mit der Übernahme einer Katze auf mich zu?
  • Wohin mit dem Tier bei Urlaub, Umzug, Trennung, Krankheit, Berufswechsel?
  • Steht die ganze Familie hinter der Entscheidung?
  • Suche ich eher eine ruhige Katze oder eine, die Trubel im Haus aushält?
  • Kann ich mir in den ersten Wochen viel Zeit für den neuen Hausgenossen nehmen, ihm auch Zeit zum Ankommen geben oder bin ich schon nach 3 Tagen ungeduldig, weil er sich noch nicht streicheln lässt?
  • Wie reagiere ich auf eine vorübergehende Unsauberkeit der Katze, wenn sie krank oder extrem gestresst ist?
  • Kann und will ich mir ein Haustier auf Dauer (bis zu 20 Jahre!), auch wenn es Medikamente und Spezialfutter benötigt?

Der Einzug einer Katze wird Ihr Leben verändern. Vielleicht versteckt sie sich erst einmal tagelang unter einem Schrank, bekommt vom Umzugsstress Durchfall und findet das Katzenklo nicht. Irgendwann aber wird sie das Regiment übernehmen und viele Dinge machen, die Sie stören oder ärgern. Katzen erklimmen Vorhänge, Schränke und Türen, werfen - aus Versehen...- Blumentöpfe von der Fensterbank und Deko aus dem Regal, laufen auf dem Tisch und der Anrichte herum, legen sich gerne auf die Computertastatur, hinterlassen ihre Haare auf Kleidung, Sofa und Bett. Sie entwickeln ganz schnell Strategien, z.B. um ihr Lieblingsfutter zu bekommen und ihre Besitzer zur Tür zu holen, wenn keine Katzenklappe vorhanden ist. Erziehung im eigentlichen Sinn - wie bei einem Hund - funktioniert bei einer Katze nur bedingt, auch wenn manche Katzenbesitzer anderes behaupten.

Bitte machen Sie Ihre Entscheidung für eine unserer Katzen nicht vom Aussehen abhängig. Viel wichtiger für ein künftiges gutes Zusammenleben ist der Charakter des Tieres.

Für eine Katze bedeutet ein Umzug oft sehr großen Stress, der sich durch Anspannung und Hektik des neuen Besitzers noch potenziert. Deshalb ist gerade am Anfang viel Ruhe und Zeit sehr wichtig. Bedrängen, ständiges Hochnehmen, bellende Hunde, keine Rückzugsmöglichkeiten vor Kindern, ein Partner, der die Katze ablehnt und ihr zum Beispiel den Platz auf dem Sofa verwehrt ... All das sind Umstände, die dem neuen Haustier eine schnelle Eingewöhnung erschweren oder ganz unmöglich machen.

Mit der Entscheidung für eine Katze aus dem Tierschutz unterstützen Sie die Arbeit der Katzenhilfe gegen das Leid der Straßenkatzen!

Katzenhilfe Langenau e.V.