Bauernhofkatzen

Auf nahezu jedem Bauernhof leben eine oder mehrere Katzen. Gesunde Katzen spielen bei der Schädlingsbekämpfung im landwirtschaftlichen Betrieb eine wichtige Rolle. Sie sind dort willkommene Gäste, um Mäuse in Schach zu halten. Allerdings offenbart sich bei genauerem Hinschauen häufig, dass die Tiere nicht ausreichend versorgt werden. Viele Landwirte haben auch heute noch die Einstellung, dass Katzen von Mäusen und Milch leben können. Dies stammt jedoch aus einer Zeit, in der ungedroschenes Getreide offen gelagert wurde und Mäuse in sehr großer Anzahl vorhanden waren. In der modernen Landwirtschaft sind solche Verhältnisse allerdings kaum mehr zu finden.

Eine erwachsene Katze braucht zum Überleben täglich etwa 10 Mäuse, in der Jungenaufzucht entsprechend mehr. Katzenwelpen reicht ab der 5. Woche die Muttermilch als alleinige Nahrung nicht mehr aus. Die oft geäußerte Ansicht, dass eine Katze, die gefüttert wird, keine Mäuse mehr fängt, ist falsch! Das Gegenteil ist der Fall: Nur eine gut genährte Katze ist kräftig genug, ausdauernd und erfolgreich zu jagen. Eine regelmäßige, artgerechte Fütterung aller am Hof lebenden Katzen ist daher für die Gesundheit der Tiere unerlässlich. Essensreste und Milch sind als Nahrung völlig ungeeignet und führen zu Folgeerkrankungen.

Leider sind auch in der heutigen Zeit trotz aller Aufklärung die Katzen oft nicht kastriert und pflanzen sich unkontrolliert fort. Es kommt im Jahr zu zwei bis drei Würfen. Inzucht lässt sich bei einer unkastrierten Population auf begrenztem Raum dabei kaum vermeiden. Unerwünschter Nachwuchs wird auch heutzutage noch grausam „entsorgt“, indem Babykatzen zum Sterben auf den Misthaufen geworfen oder durch Ertränken getötet werden. Dies stellt einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar und ist eine Straftat.

Der ein oder andere Wurf wird der Mutter und sich selbst überlassen. Junge, die trotz Unterernährung und Krankheiten überleben, werden gerne an private Abnehmer weitervermittelt, für die eine kostenlose Abgabe der Kleinen im ersten Moment verlockend ist. Jedoch sind viele Katzen aus solchen Verhältnissen von Parasiten befallen, in jedem Fall von Würmern. Flöhe, Milben und Zecken sind üblich. Inzucht, Mangelernährung, kräftezehrende Verhältnisse (Kälte und Nässe) führen oft zu chronischen Gesundheitsproblemen wie Katzenschnupfen, Durchfall und viel schlimmeren Krankheiten, die sich manchmal erst nach einigen Monaten herausstellen.

Trotz aller Aufklärung, Tierwohldebatten (bei denen Hofkatzen gar nie vorkommen!) und zunehmend wachsamer Öffentlichkeit, sehen wir bei unseren Einsätzen immer wieder kranke Kätzchen, geplagt von Katzenschnupfen und Flöhen, auf Höfen sitzen. Passanten melden uns dürre Jungtiere mit räudigem Fell, die sich sofort auf Futter stürzen, das manche Anwohner heimlich und aus Mitleid anbieten. Leider wird unser Angebot, bei der Kastration der Hofkatzen zu helfen, oft abgelehnt mit Begründungen wie: "Wir brauchen immer junge Katzen auf dem Hof, weil ja so viele umkommen".

Hungrige Katzen sind Tag und Nacht auf Futtersuche. Bei verwahrlosten und unkastrierten Hofpopulationen sind Revierkämpfe, Streit um Nahrung und Paarungspartner an der Tagesordnung, die zu vielen Verletzungen führen. Schwache Tiere werden verdrängt und machen sich in ihrer Not auf den Weg zum nächsten Hof oder suchen sich als Streuner neue Gebiete.

Das einzige Mittel, die unkontrollierte Vermehrung der Hofkatzen zu vermeiden, ist die Kastration des gesamten Bestands. Auch zugewanderte Tiere sollten so schnell wie möglich kastriert werden. Sinnvollerweise sollte die Kastration vor Eintritt der Geschlechtsreife durchgeführt werden, bei Kätzinnen ab einem Alter von 5 Monaten und bei Katern ab 7 - 9 Monaten . Durch die Kastration werden die Katzen mit minimalem Aufwand unter Narkose durch den Tierarzt unfruchtbar gemacht. Kastrierte Katzen sind gesünder, markieren weniger, haben keinen Stress mit der Fortpflanzung und können sich daher viel besser um Schädlinge kümmern.

Katzenhilfe Langenau e.V.